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By Hans Georg Kirchhoff (auth.)

Die vorliegende Arbeit ist das Ergebnis eines Forschungsauftrages, den mir die Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-West­ falen auf Antrag von Herrn Professor Dr. Peter Rassow erteilt hatte. Ihr Ziel warfare es, die sozialpolitische Haltung der staatlichen Behörden im Ruhr­ gebiet in der Zeit herauszuarbeiten, in der der Kohlenbergbau an der Ruhr in sozialer wie wirtschaftlicher Hinsicht sein charakteristisches Gepräge erhielt. So stützt sie sich im wesentlichen auf das Quellenmaterial der staat­ lichen Archive in Düsseldorf, Münster und Koblenz. Soweit es an Hand der Empfängerüberlieferung und gedruckter Quellen möglich conflict, wurde die Stellung der Staatsregierung zu den sozialpolitischen Problemen des Ruhr­ bergbaus geschildert; in diesem Punkt ist auf Grund der Quellen in den Zentralarchiven des Reichs und Preußens gewiß noch einiges nachzutragen. Auch die überlieferung der benutzten Archivalien ist im einzelnen nicht lückenlos, doch konnte meist durch gegenseitige Ergänzung ein geschlossenes Bild gewonnen werden. Das Thema der Arbeit ist vom Staate her bestimmt. Es sollte keine Geschichte der "Lage der Arbeiter" gegeben werden, sondern eine Ge­ schichte der Politik des Staates gegenüber den sozialen Problemen, die der Ruhrbergbau aufwarf. Diese sind deshalb nur insoweit behandelt, als sie politisch suitable wurden; aus diesem Grunde ist ein Gebiet wie das Knapp­ schaftswesen etwa oder auch die gesamte betriebliche Sozialpolitik nur gelegentlich berücksichtigt. Die wichtigen soziologischen Fragen der Bevöl­ kerungsumschichtung und die Entwicklung der Arbeiterbewegung sind be­ reits von Wilhelm Brepohl und Max ]ürgen Koch geschildert worden, so daß sich ein näheres Eingehen auf diese Dinge erübrigte.

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Darüber hinaus war der Streik von 1889 das auslösende Moment für die latente Spannung, der das Verhältnis zwischen Wilhelm 11. und Bismarck seit dem Regierungswechsel ausgesetzt gewesen war. Diese Tatsache ist bekannt und von Gagliardi in seiner Darstellung von Bismarcks Sturz 68 genügend betont worden. Zu diesem Punkt wird die vorliegende Arbeit einige Einzelheiten bringen, die das bisher von der Forschung gewonnene Bild ergänzen, insbesondere die Rolle des Kaisers und die Berlepschs in ein etwas deutlicheres Licht setzen.

10 GI 36 Zweites Kapitel Strafgelder nicht in die Taschen der Bergwerksbesitzer, sondern in Unterstützungskassen für die Arbeiter. Einzelne Mißstände, so erklärte das Oberbergamt, gebe es zweifellos noch, und in der Behandlung der Arbeiter werde von seiten der Zechenbeamten mannigfach gefehlt. Aber es sei im ganzen doch nicht so schlimm, wie »mißmutige und übelwollende Personen" dies darg~stellt und dem Freiherrn von Schorlemer berichtet hätten. Der Weg zur Abhilfe, den der letztere vorgeschlagen habe - Befragungen der Arbeiter seitens der Bergbehörden -, sei höchst bedenklich, denn ein solches Vorgehen würde die Kluft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern noch weiter aufreißen.

Seine Neigung, über das Ministerium hinweg seinen Einfluß geltend zn machen, hatte sich schon in den beiden Telegrammen vom 6. und 7. Mai 1889 gezeigt. In den folgenden Tagen muß jedoch eine Wandlung in seinen Anschauungen eingetreten sein, die nicht auf die Berichterstattung aus dem Streikgebiet, sondern auf andere Einflüsse zurückgeführt werden muß 87. Hinzu kam eine Initiative der Bergarbeiter, die am 10. Mai um eine Audienz für die »Deputierten der Knappenvereine" Bunte, Siegel und Schröder nachsuchten.

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